14. Februar 2024

Einkommensrunde 2024

Wiesbaden: Viele Gewerkschafter begleiten Auftakt zur Tarifrunde

Mit deutlich größerer Beteiligung als in den Tarifrunden der vergangenen Jahre hat am Nachmittag die Tarifrunde im TV-H in Wiesbaden begonnen. Offensichtlich war es dem dbb Hessen gelungen, zum Auftakt deutlich mehr Mitglieder zu mobilisieren. Alleine gut 100 Teilnehmer kamen von den Mitgliedsverbänden des dbb Hessen, etwa von der DPolG, der DSTG, dem BTB, BDZ, BSBD, VDStra, Philologenverband, VBE, DJG oder DVG.

 

Dbb Verhandlungsführer Volker Geyer unterstrich noch einmal die Kernforderungen: Der dbb fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Hessen 10,5 Prozent, mindestens aber 500 Euro mehr.  Die Ausbildungs- sowie die Praktikanten-Entgelte sollen um 260 Euro erhöht werden. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen.

Ein leistungsstarker öffentlicher Dienst sei essenziell, um das Land voranzubringen. „Es liegt im Interesse aller Beteiligten, dass der öffentliche Dienst ein attraktiver Arbeitgeber bleibt. Wir gehen davon aus, dass die Landesregierung dies auch so sieht und mit uns in konstruktiven Verhandlungen an einem Strang zieht. „Diese Forderungen sind angemessen und notwendig“, erklärte Geyer. 

Der neue Innenminister Roman Poseck hatte bereits in der Presse verlauten lassen, was er von den Gewerkschaftsforderungen halte: Überzogen, nicht finanzierbar. 

Für Heini Schmitt, Chef des dbb Landesbundes Hessen, ist klar: „Es muss nicht nur ein kraftvoller Tarifabschluss her, sondern das Ergebnis muss auch zeitgleich und systemkonform auf die Beamtinnen und Beamten sowie die Versorgungsempfängerinnen und -empfänger übertragen werden, um auch auf diese Weise einer verfassungskonformen Alimentation einen wichtigen Schritt näher zu kommen.“ Es dürfe sich keine Lohnlücke zwischen Hessen und den anderen Bundesländern auftun. „‚Hessen weiterführen‘ bedeutet auch, mit den anderen Bundesländern mitzuhalten. Die neue Landesregierung darf nicht riskieren, dass Hessen gegenüber den anderen Bundesländern an Attraktivität für die dringend benötigten Fachkräfte einbüßt.“

Sollte bei der ersten Runde kein Ergebnis erzielt werden, wird es am 6.7. März in Dietzenbach eine zweite Verhandlungsrunde geben. Gegebenenfalls könnte es die Woche drauf, 14./15. März zu einer dritten Runde kommen, falls bis dahin kein Ergebnis erzielt werden konnte. 

 Hintergrund:

Die Verhandlungen betreffen direkt etwa 45.000 Arbeitnehmende, indirekt knapp 120.000 Beamtinnen und Beamte sowie 95.000 Versorgungsempfängerinnen und -empfänger, auf die das Tarifergebnis übertragen werden soll. Alle Informationen zur Einkommensrunde gibt es unter dbb.de/einkommensrunde.