12. März 2026

Wiesbaden: Viele Gewerkschafter begleiten Auftakt zur Tarifrunde 2026

Mit deutlich größerer Beteiligung als in den Tarifrunden der vergangenen Jahre hat am frühen Morgen die Tarifrunde im TV-H in Wiesbaden begonnen. Offensichtlich war es dem dbb Hessen war gelungen, zum Auftakt deutlich mehr Mitglieder zu mobilisieren. Alleine gut 100 Teilnehmer kamen von den Mitgliedsverbänden des dbb Hessen, etwa von der DPolG, der DSTG, dem BTB, BDZ, BSBD, VDStra, Philologenverband, VBE oder DVG.

Dbb Verhandlungsführer Andreas Hemsing unterstrich noch einmal die Kernforderungen: Der dbb fordert für die Beschäftigten des öffentlichen Dienstes in Hessen 7 Prozent, mindestens aber 300 Euro mehr. Die Ausbildungs- sowie die Praktikanten-Entgelte sollen um 200 Euro erhöht werden. Die Laufzeit soll zwölf Monate betragen.

Ein leistungsstarker öffentlicher Dienst sei essenziell, um das Land voranzubringen. „Es liegt im Interesse aller Beteiligten, dass der öffentliche Dienst ein attraktiver Arbeitgeber bleibt. Wir gehen davon aus, dass die Landesregierung dies auch so sieht und mit uns in konstruktiven Verhandlungen an einem Strang zieht. „Diese Forderungen sind angemessen und notwendig“, erklärte Hemsing. 

Der Innenminister Roman Poseck hatte bereits in der Presse verlauten lassen, was er von den Gewerkschaftsforderungen halte: Überzogen, nicht finanzierbar. 

Für Andreas Hemsing, Verhandlungsführer des dbb, ist klar: „Es muss nicht nur ein kraftvoller Tarifabschluss her, sondern das Ergebnis muss auch zeitgleich und systemkonform auf die Beamtinnen und Beamten sowie die Versorgungsempfängerinnen und -empfänger übertragen werden, um auch auf diese Weise einer verfassungskonformen Alimentation einen wichtigen Schritt näher zu kommen.“ Diese Forderung wird durch den dbb ebenfalls untermauert. Es dürfe sich keine Lohnlücke zwischen Hessen und den anderen Bundesländern auftun. „‚Hessen weiterführen‘ bedeutet auch, mit den anderen Bundesländern mitzuhalten. Die Landesregierung darf nicht riskieren, dass Hessen gegenüber den anderen Bundesländern an Attraktivität für die dringend benötigten Fachkräfte einbüßt.“

In der ersten Runde am 27. Februar wurde kein Ergebnis erzielt, jetzt wird in der zweiten Runde am 9. und 10. März in Dietzenbach ein Angebot der Arbeitgeberseite gefordert. Gegebenenfalls könnte in den Wochen drauf, 26./27. März zu einer dritten Runde kommen, falls bis dahin kein Ergebnis erzielt werden konnte. 

Alle Informationen zur Einkommensrunde gibt es unter dbb.de/einkommensrunde.